Wie Jule Rombey Frauen fürs Handwerk inspiriert | 🎙️ Conkret: #62
Shownotes
In dieser Folge ist Jule Rombey zu Gast – Tischlermeisterin, Content Creatorin und eine der sichtbarsten Stimmen des modernen Handwerks. 🪵📱
Jule erzählt, wie sie schon früh ihren Weg ins Handwerk gefunden hat und warum Sichtbarkeit für die Branche heute wichtiger ist denn je. Sie spricht über ihre Anfänge in der Werkstatt ihres Vaters, ihre Rolle als Miss Handwerk 2020 und den Moment, in dem sie gemerkt hat, dass Social Media anderen jungen Frauen echten Mut machen kann. Außerdem geht es um Authentizität auf Instagram, Vorurteile gegenüber Frauen im Handwerk und die Frage, was Betriebe beim Thema Nachwuchs besser machen können. Eine Folge über Haltung, Wirkung und echtes Handwerk. In dieser Episode geht's um: 🪵 wie Jule in der Werkstatt ihres Vaters groß geworden ist 📱 warum Reichweite im Handwerk nur mit Realität funktioniert 👩🔧 wie sie junge Frauen inspiriert, ihren Weg ins Handwerk zu gehen 🏆 was Miss Handwerk 2020 bei ihr ausgelöst hat 🎯 welche Fehler Betriebe beim Thema Nachwuchs noch machen 💬 wie sie mit Vorurteilen, Kritik und Hate auf Social Media umgeht
Ein Gespräch über Mut, Authentizität und die Frage, wie Handwerk sichtbar wird, ohne sich zu verbiegen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei Konkret, dem Podcast
00:00:02: der HeroCon.
00:00:03: Vom Handwerker erwähnt
00:00:04: es Jahres direkt in Deine Ohren.
00:00:06: ob
00:00:06: Digitalisierung, Fachkräftesicherung oder neue Wege der Auftragsgewinnung Wir bringen das Handwerk mit den klügsten Köpfen der Branche zusammen.
00:00:15: Konkrete klar echt handfest!
00:00:21: Ja unser heutiger Gast er steht für etwas dass das Hand werk heute Sichtbarkeit, aber nicht um jeden Preis.
00:00:31: Sondern mit Haltung!
00:00:33: Mit Leidenschaft und vor allem mit echtem Handwerk.
00:00:35: Sie ist Tischlermeisterin, mishandwerk-Zweitausendzwanzig, Content Creatorin, Unternehmerin... ...und überhaupt eine der bekanntesten Stimmen des modernen Handwerks.
00:00:47: Ich freue mich sehr, dass ihr da ist.
00:00:48: Jule Rumba ist bei uns, Jule.
00:00:49: Danke schön.
00:00:50: Guten Morgen.
00:00:51: Schön, dass du da bist?
00:00:52: Ja danke, dass ich hier sein darf.
00:00:56: Wenn man mal Handwerk und Social Media, wenn man all das mal wegnimmt.
00:00:59: Wer bist du?
00:01:00: Was hat dich als Kind begeistert?
00:01:03: Also das Handwerk gerade wegzudenken ist tatsächlich ganz schwierig, weil das Handwerker einfach ein ganz großer Bestandteil für meinem Leben ist und tatsächlich auch schon wenn ich an mich als Kind denke.
00:01:13: Das war immer da?
00:01:14: Ja, weil mein Papa ja tatsächlich seine Werkstatt in unserer Garage auf forty-eight Quadratmetern hatte also wirklich direkt neben der Küche und wir, also ich habe noch einen kleinen Bruder... Wir beide waren immer da!
00:01:26: Auch das Playmobil wurde in der Werkstadt aufgebaut und die Kreise geworden als Tisch verwendet.
00:01:33: Und das sind so Erinnerungen, die glaube ich für immer bleiben und die in ganz ganz wichtiger Bestandteil auch von mir heute sind dass sich auch diesen ganzen Prozess also ich kenne das Handwerk von Ganz Basic aus.
00:01:45: Ich bin nicht damit groß geworden, dass wir ja die moderne Tischlereide stehen haben sondern ich kende es als vierjähriges Mädchen mit einem Hammer und den Nägeln auf der Terrasse zu sitzen um die Treppenmodelle zu nageln.
00:01:56: Das ist das Feeling, was bis heute bleibt.
00:01:59: Also dein Schlüsselmoment war schon ganz früh?
00:02:01: Du musst es später gar nicht mehr überlegen!
00:02:03: Was will ich machen nach der
00:02:04: Schule?!
00:02:05: würde ich so nicht sagen.
00:02:06: Ich wurde nämlich auch von vielen irgendwo geleitet und vielleicht noch zwischendurch in eine falsche Richtung geleitet, denn auch mir wurde gesagt, deine Noten sind gut das ist total klar dass du Abitur
00:02:17: machst
00:02:18: und ich musste ziemlich dafür kämpfen bei meinen Lehrern und Berufsberatern, dass die ernst nehmen da sich Handwerkerinnen werden möchte was ich bei meiner Familie zum Glück nie musste aber ich weiß es ganz viele junge Menschen gibt dir auch erst mal ihre Eltern überzeugen müssen was dann natürlich schon sehr schwierig ist und hab zwischen durch überdektive Medizin zu studieren, hat mich auch total fasziniert was Gutes für Tiere zu tun irgendwie.
00:02:44: Und bin dann aber letztendlich doch mit vierzehn Jahren am Küchentisch, mit Papa im Gespräch gewiss noch gesagt du hör mal ich würde gerne die Ausbildung bei dir machen.
00:02:53: Dann haben wir direkt unsere Pläne gemacht in die Zukunft und dann haben wir beide zusammen losgelegt.
00:02:59: jetzt stehen wir zusammen in der Werkstatt.
00:03:02: Also Abitur kam da nicht in Frage?
00:03:05: Es kamen theoretisch schon in Frage.
00:03:07: Ich finde es auch total wichtig, aber ich war tatsächlich immer so eine kleine Macherin und so ein Energiebündel.
00:03:13: also mich wirklich acht Stunden auf die Schulbank setzen war für mich sehr anstrengend.
00:03:20: Ich musste danach sofort raus zum Sport irgendwas machen, raus in die Natur Und meine Eltern und ich waren uns Einig, dass Abitur für mich vielleicht nicht das Richtige gewesen wäre.
00:03:31: Weil auch auf der Realschule das Lernen viel mehr sehr leicht!
00:03:34: Ich musste nie richtig lernen aber ich glaube es wäre der Punkt gekommen an dem ich mich richtige Kette hinsetzen und pauken müssen um mein Leistungslevel zu halten um gut zu sein und vom Abiturt wirklich was für die Zukunft mitzunehmen.
00:03:48: Und dann habe ich mir gesagt... werden möchte, kein Abitur.
00:03:54: Also klar ich möchte den Meister machen das ist ja der Bachelor Professional inzwischen und witzigerweise muss sich das auch meinen Lehrern erst mal erklären und hab dann für mich gesagt also was ich heute eigentlicherweise manchmal so ein bisschen vermisse sind Englischkenntnisse aber auch da habe ich gesagt dass kann nicht nachholen auf einem anderen Wege das ist total wichtig.
00:04:15: aber das krieg ich glaube ich hin.
00:04:17: gibt es noch eine Sache, die dich beim Thema Holz am meisten fasziniert als Tischlermeisterin.
00:04:22: Tatsächlich
00:04:23: diese ganz... Individuellen Hölzer.
00:04:28: Also das, was für viele schon fast Abfall ist, was du im besten Brandholzkorb würfst, weil da kriegst du auch wieder so ein richtiges Unikat von hin und das höre ich immer wieder dass die Stücke sind, die am meisten catch'n, weil es nicht so schlicht ist und das ist einfach Holz!
00:04:45: Es lebt, es lebendig, es ist warm.
00:04:47: also wir kommen oft auf die Baustelle und es ist noch alles beton-estrisch Und wenn wir gehen, ist da eine Treppe aus Holz und das ist warm.
00:04:58: Das ist auch ganz auf die Resonanz von unseren Kunden, dass die oft sagen, man könnte uns wenigstens die Fensterbank schon mal drauf machen und dann sind sie voll happy weil so ein bisschen Holz da ist und es so ein bißchen Wärme ausstrahlt und es direkt ein anderes Raumgefühl gibt.
00:05:13: Es ist schön!
00:05:14: Ich
00:05:15: kann das ein bisschen nachvollziehen auch diese diese Faszination Holz.
00:05:18: ich habe ja ein paar vor einem halben Jahr Ende letzten Jahres Praktikums-Tag gehabt bei Toto.
00:05:25: Und an einem Tag hat er mich da so ein bisschen durchgeführt und dann haben wir das Schneidebrett, das war so ein geiler Moment dieses selber zu machen mehr oder weniger.
00:05:40: und dann dieses Brett.
00:05:41: und als sie mir gesagt hat was das dann auch von Wert hat also auch für den Verkaufswert Das fand ich auch toll, dass es halt nicht so... Ich dachte okay, das wird das kosten.
00:05:50: Aber als jemand an den Preis gesagt hat, das war schon geil!
00:05:53: Das war richtig cool.
00:05:54: Und das unterschätzen halt viele.
00:05:56: also viele sehen halt diesen Prozess nicht.
00:05:58: du fängst an und du fangst an was zu machen und du hast nachher da wirklich etwas stehen.
00:06:02: Das kennen ganz viele nicht mehr.
00:06:04: dieses Gefühl mit den eigenen Händen zu schaffen und dass man dann noch was Wertiges schafft wie du jetzt beschreibst ist einfach unfassbar schön
00:06:13: Auf Deiner, also nochmal Grüße an der Stelle, an Trotto Hein für diesen Praktikumstag.
00:06:17: Gibt's auch noch eine Folge dazu auf YouTube und auf der Hero-Seite auch?
00:06:21: Auf Deinem Website Jule, da steht höre nie auf besser zu werden denn so hörst du auf gut zu sein!
00:06:27: Was bedeutet das genau?
00:06:28: Ja das hat mein Papa mir tatsächlich schon ganz am Anfang der Ausbildung gesagt und es heißt halt einfach dass Du Dich nie darauf ausruhen solltest.
00:06:36: Es ist wie gesagt kein Zitat von mir, es wird auch mein Vater irgendwo gehört haben.
00:06:40: Aber das erinnert einen halt immer wieder daran dass... Auch wenn du gerade gut bist in dem was du tust, wenn du dich halt darauf anfängst auszuruhen dann bist du halt irgendwann wieder einer von vielen und deshalb solltest du immer kontinuierlich an die Arbeiten erkennen.
00:06:54: wo sind deine Schwächen?
00:06:55: Was kannst du noch besser optimieren um noch erfolgreicher zu werden und einfach so ein kontinuerlichen Prozess zu durchleben?
00:07:03: Wenn ich die Frage, worauf du wirklich stolz bist.
00:07:06: Ist es dann dein Beruf oder hat das was mit Miss Handwerk zu tun?
00:07:13: Ich glaube miss handwerk ist so ein kleiner Bestandteil ehrlicherweise davon.
00:07:17: aber misshandwerk war bei mir irgendwie der Startschuss für alles was gekommen ist gar nicht der Titel selber, sondern sich nochmal so mit dem Handwerk und dem Beruf und der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit auseinanderzusetzen.
00:07:34: Das ist bei mir tatsächlich entstanden.
00:07:36: Wir waren auf einem überbetrieblichen Kurs und fanden diesen Handwerkskalender total cool – diese Message German Power People!
00:07:46: wir total viele starke schöne Persönlichkeiten in Deutschland haben, die für was stehen und dass sie sichtbar gezeigt werden sollen.
00:07:55: Da wollten wir bebei sein aber an dem Tag vom Shooting hatten wir definitiv keine Zeit.
00:07:58: also haben uns einfach bei Newsletteren gemeldet Und dann saß ich im Wohnheimzimmer auf der Meisterschule und da kam der Newsletter rein.
00:08:07: Jetzt bewerben Mishandwerk, zwanzigzwanzig!
00:08:10: Und Misshandwerk war für mich halt eigentlich total weit fern, weil da haben sich so viele starke Leute beworben.
00:08:16: Ich fand einfach dieses Kalendershooting total cool und diesen Wettbewerb...
00:08:20: Du
00:08:22: wolltest ja einfach ein paar schöne Bilder haben?
00:08:23: Ja, genau.
00:08:24: Und dass man das irgendwie gewinnen könnte, wäre gar nicht möglich.
00:08:30: So ist auch mein erster Instagram-Post entstanden, weil wir Leute motivieren sollten für uns zu voten.
00:08:37: Das
00:08:38: war so dein erster viraler Moment?
00:08:40: Ja doch nicht mal viral!
00:08:41: Das waren dreihundert Follower und das waren meine Freunde die aber teilweise gar nicht wussten was ich jetzt richtig im Handwerk mache.
00:08:47: und das war das erste Umdenken für mich dass sich auf einmal von Leuten aus der Grundschulklasse angesprochen wurde ey Juli das ist ja voll cool.
00:08:53: also dass du das so machst finde ich geil wusst dich sogar nicht.
00:08:57: Und dann habe ich die ersten Bilder wirklich aus der Werkstatt gepostet, weil ich dachte im Bild von der Blumenwiese und schreibe hey wo tut mal für mich Handwerkskalender ist ein bisschen unauthentisch.
00:09:07: Und diese Sachen gingen dann plötzlich viral.
00:09:10: also das war noch die Zeit von Bildern, ne?
00:09:12: Wo du einfach so fünfhundert Likes auf einem Bild hattest und ich dachte oh krass!
00:09:16: Da hatte ich vielleicht fünf bis sechshundert Follower ganz klein.
00:09:21: und ich hab die erste Nachricht vom jungen Mädchen bekommen, die mir schrieb Du hast mir den Mut gegeben, meinen Eltern zu sagen, dass ich Handwerk heran werden möchte.
00:09:30: Und das war für mich so ganz klar der Gänsehaut-Moment, dass sich gesagt habe ... Ich hab jetzt ein paar Bilder gepostet, hab mein Werdegang gezeigt und keine große Reichweite.
00:09:40: Aber ich hab ein junges Mädchen Kraft geben können, ihren Träumen zu folgen.
00:09:45: Das war dann für mich ganz klar Der Startschuss.
00:09:47: Da hatte ich noch nix gewonnen und nix, aber das hat mir einfach den Mut gegeben und zu zeigen, dass es dafür halt einfach sich lohnt seinen eigenen Werdegang irgendwo zu zeigen und sichtbar zu machen.
00:09:59: Hast du dann das Gefühl gehabt, also vor dieser Misswahl?
00:10:01: Also das war.
00:10:02: dann kam dann später dass du mishandwerk geworden bist, dass du diese Formbild-Roller auch annehmen willst.
00:10:09: Das war klar, dass du jetzt diesen Step machen musst.
00:10:11: Ich will noch... ich will mich sichtbarer machen!
00:10:13: Ich muss das Handwerk sichtbärer
00:10:14: machen.".
00:10:15: Das war dieser Moment?
00:10:16: Ja definitiv weil ich selber als ich mit vierzehn Jahren entschieden habe, ich möchte ins Handwerk gehen und ich wusste das von innen heraus ganz fest, dass ich einfach auch in das Unternehmen von Papa gehen möchte.
00:10:27: aber auch ich hatte natürlich Fragen wie wird es von anderen wahrgenommen?
00:10:35: in Männerberuf irgendwo.
00:10:37: Ich kannte keine andere Frau, die im Handwerk ist auch wenn ich heute weiß es gibt ganz viele aber das war halt noch nicht die Zeit in der das so sichtbar war und ich habe sehr viel Mut dafür gebraucht obwohl ich sehr an diesen Traum geglaubt hatte.
00:10:51: also ich hab nie gezweifelt dass mich falsch verstehen aber ich habe mut gebraut das zu kommunizieren und deshalb kann ich mich dann doch ziemlich gut reinversetzen.
00:10:59: und in dem moment habe ich halt gemerkt wenn Ich, diejenige sein kann.
00:11:04: Die anderen jungen Mädchen, die vielleicht nicht diesen familiären Background haben für die das noch mal schwieriger ist sich so in ihren eigenen Träumen zu verwirklichen Wenn ich die dabei unterstützen kann, Mut geben kann den einen oder anderen Rat dann ist es eine ganz einfache Sache, die ich machen kann.
00:11:23: Die kostet mich ein bisschen Zeit kein Geld aber ich kann damit ganz großes bewirken und Das habe ich ganz früh gemerkt.
00:11:30: ja
00:11:31: Jule, das ist toll wie du mit so gutem Beispiel vorangehst und andere auch inspirierst.
00:11:37: Viele Frauen, viele junge Mädchen die sich dann auch entscheiden oder nicht wissen soll ich das machen?
00:11:41: Oder nicht und du den noch Mut gibst.
00:11:43: Das war zwei neunzehn, zwei zwanzig dieser Moment, den du uns eben beschrieben hast.
00:11:47: Wir haben jetzt seit zweit sechsundzwanzig sind auf der Hero-Contact haben auch wieder dieses Thema.
00:11:51: Zukunftskräfte Frauen im Handwerk hat sich das halt eben gewandelt verbessert.
00:11:56: es ist gleich geblieben.
00:11:57: sind wir da oder hängen wir da echt immer noch Wahnsinnig hinterher.
00:12:01: Ich würde sagen, teils-teils und da habe ich auch gelernt es ist tatsächlich auch so ein bisschen Regionen bedingt.
00:12:08: also ich hab das Glück bei uns in der Region.
00:12:11: die Menschen sind irgendwie sehr tolerant.
00:12:13: ich habe ganz viele Freunde im Handwerk.
00:12:15: auch die Kunden nehmen mich total ernst.
00:12:18: ich wurde einmal Ein bisschen nicht... Samstags, schlechtes Wetter draußen.
00:12:26: Ich bin zum Aufräumen in die Werkstatt weil ich hatte nichts anderes zu tun was soll ich mich aufs Sofa setzen und kam Kunden zu meinem Vater und haben so einen Verbeigeing gefragt kann ja etwas anderes außer Kaffee kochen?
00:12:37: hat er mir nie gesagt hat mich alleine auf die Baustelle geschickt.
00:12:42: Hat mir die Wasserwaage gegeben zum Aufmaß, beziehungsweise er musste mich noch hinfahren aber hatte sich da komplett rausgehalten weil ich war noch keine achtzehn und hat mich die Treppe komplett allein bauen lassen.
00:12:52: Das war mein erstes Treppenprojekt und der Mann war nachher total begeistert und hat sich bei meinem Vater bedankt für die wunderschöne Treppe.
00:12:59: Dann sagte er, sagen Sie das ist meine Tochter, die hat ihr alleine gebaut!
00:13:01: Und seine Frau im Hintergrund hat ein ganz breites Grinsen bekommen... Das war der Einzige mit dem also der mich wirklich nicht ernst genommen
00:13:09: hat.
00:13:09: Sonst hattest du nie Probleme mit Vorurteilen und so weiter?
00:13:11: Sonst hatte ich nie Vorurteilungen, also selbst auf der Baustelle.
00:13:14: ja es fällt schon mal im Blöder Spruch aber das ist so dass wir innerhalb von ein paar Sekunden echt umswitschen können und du bist cool miteinander.
00:13:23: Aber ich weiß auch es gibt Regionen hier in Deutschland die sind da nicht so tolerant.
00:13:28: Also auch von Freundinnen höre ich dass sie sich lieber von ihrem Mann beraten lässt der nur Monteur ist weil er quasi in das Unternehmen seiner Frau mit eingestiegen ist.
00:13:38: Seine Frau ist die Meisterin, aber die Kunden wollen sich nicht von ihr beraten lassen sondern von ihrem Mann, der eigentlich nichts gelernt hat.
00:13:45: Das ist dann schon sehr schwierig.
00:13:47: Aber ich glaube wir sind auf einem sehr guten Wege dass wir das nach außen kommunizieren weil wir auch einfach inzwischen so viele sind doch jetzt hier wir schauen uns um Wir haben so viele starke Frauen hier die für dasselbe stehen und das nach Außen kommuniziert
00:14:00: Und diesen Moment den du uns eben geschildert hast mit dem Mädchen, dass du inspiriert hast.
00:14:06: Zwei-neinzehn war das.
00:14:07: Seitdem geht es ja bei dir wirklich durch die Decke auch social-mediamäßig und darauf bezieht sich auch deinen Beitrag, dein Vortrag hier auf der HeroCon.
00:14:16: Reichweite und Realität wie viel Realität ist bei Instagram usw.
00:14:22: Da will ich gleich noch kurz mit ihr drüber sprechen.
00:14:24: vielleicht noch einmal einen Schritt zurück auf deine Arbeit als Handwerkerin.
00:14:31: was ich eben noch fragen wollte Wann ist der Moment, wenn du an einem Projekt arbeitest oder an einem bestimmten Stück das so weißt?
00:14:39: Das ist jetzt richtig gut geworden.
00:14:40: Das wird richtig gut!
00:14:44: Eigentlich hast du dieses Gefühl ja... Er hat irgendwo von Anfang an, also dieses Gefühl sollte von Anfang auf jeden Fall da sein.
00:14:52: Und ich sag immer für mich ist es gar nicht das Projekt dass ich das Projekt selber bei mir zu Hause verbauen wollen würde sondern dass sich im Kundengespräch schon merke dass die Kunden genau das haben wollen.
00:15:04: Die haben sich vorher informiert, die haben recherchiert, haben Beispiele rausgesucht und es ist schon so ein langer Prozess gekommen bis sie bei mir am Tisch sitzen und dann verfeinern wir das Ganze noch und dann haben wir nachher wirklich das Ding was die sich wünschen.
00:15:17: und du kriegst die ganze Zeit das Gefühl von deinen Kunden mit, dass du merkst dir lieben das gerade was du denen da baust.
00:15:23: Und sie sind zwischendurch noch mal in der Werkstatt schon sich ein Farbmuster an.
00:15:27: Du siehst jeden Moment wieder dieses Strahlen in den Augen!
00:15:30: Das ist für mich das viel wichtigere, also ich habe Projekte... Wo ich jetzt noch da nänge, wo ich denke Boah richtig geil.
00:15:37: Das würde ich niemals bei mir zu Hause einbauen weil es einfach nicht in meinen Stil rein passt.
00:15:42: aber das ist zu hundert Prozent das was die Kunden lieben und dass glaube ich das... Was das ausmacht?
00:15:49: Hast du da also du siehst das quasi sehr aus der Kundenperspektive Dass du dann auch zufrieden bist oder happy mit dem mit dem Endprodukt?
00:15:55: hast du da so ein zwei Beispiele die dir immer noch in Erinnerung bleiben sowie eben das mit der Treppe.
00:16:00: Ja also definitiv eine Treppe.
00:16:03: Wir hatten vorher nur telefoniert und man hat ja auch irgendwie schnell so ein Bild von den Kunden vor Augen, ne?
00:16:08: Und ich weiß noch sehr traditionelle Treppe.
00:16:11: Die wollten ziemlich rustikal die Forsten am besten gedrexelt alle Stäbe gedrechselt am liebsten in Krümlingen drin also sehr... Ich sag jetzt mal altbacken und ich glaube jeder weiß wie diese Treppe ausschauen sollte!
00:16:24: Du hast einen Bild von dem Kunden im Kopf und die Kunden haben selber gefeiert dass sie überhaupt nicht aus sahen zu dem was sie sich wünschten.
00:16:32: deshalb darf ich da glaube ich auch so offen rum kommunizieren.
00:16:35: Ich mach die Tür auf und der Mann strahlt mich an und sagt, ja ich weiß ein bisschen anders aus als das was unser Geschmack
00:16:41: sagt.".
00:16:42: Und das war eine ganz außergewöhnliche Treppe also wirklich total verspielt sehr altmodig.
00:16:48: aber die haben das so geil in ihrem ganzen Haus gelebt Also beide Mann und Frau bis oben tätowiert, Riesentunnel.
00:16:59: Und eigentlich nicht so das was man sich immer in einer klassischen Bauweise vorstellt.
00:17:03: Hast du etwas Konservatives gedacht?
00:17:05: Ja
00:17:05: irgendwie schon!
00:17:07: Das fand ich einfach so geil dass da so Kontraste aufeinandertreffen und die Leute genau das eben lieben.
00:17:15: Das war auch schon zu Corona glaube
00:17:20: ich.
00:17:24: Und das bleibt mir heute noch in Erinnerung, dass man ein richtig cooles Projekt...
00:17:26: Einrichtungen nicht immer so die Leute widerspiegeln muss auf dem ersten Blick.
00:17:31: Ja
00:17:31: von innen heraus einfach!
00:17:33: Da hast du richtig gemerkt es ist zu hundert Prozent das was die von inne wollen und das ist das schönste.
00:17:40: Apropos Hundert Prozent Reichweite und Realität so heißt ja dein Titel dann den HeroCon Panel.
00:17:47: warum braucht es diesen Titel?
00:17:50: Ja, weil Reichweite nicht ohne Realität und Authenticity geht.
00:17:55: Also das wurden wir auch gestern unten auf der Mainstage gefragt, wie breit denn der Spagat zwischen Reichweite und Authentik sein wäre.
00:18:07: Und da haben wir gesagt es darf gar kein Spagats sein weil du kannst nur erfolgreich sein und eine Reichwerte auf Bonn-Wendour halt einfach voll authentisch bist und dazu gehört eben auch Realität.
00:18:19: also dass du dich nicht vor der Kamera verstellst ist natürlich gerade für uns ist natürlich ein bisschen sensibel weil wir ja auch mit Kundenwünschen umgehen und oft in deren privaten Räumlichkeiten sind, da darf man natürlich nicht alles zeigen.
00:18:32: Man muss das ein bisschen sensibel behandeln.
00:18:34: aber es sollte natürlich alles realistisch sein Und diese ganz realen menschlichen Momente sind einfach die schönsten, die die Leute sehen wollen.
00:18:43: Wie viel Illusion darf dann bei Social Media sein?
00:18:50: Wie genau meinst du die Frage?
00:18:52: Du musst eigentlich Der Handwerk ist ja eigentlich eine Branche, die total ehrlich und notwendig ist.
00:18:58: Das merkt man ja bei allen, wenn man mit denen spricht, dass alle am Handwerk schätzen auch.
00:19:02: Man lässt sich ehrlich auf die Meinung zu sagen, auch wenn mal was nicht gut läuft, das man kritisieren kann.
00:19:08: Und trotzdem wird der Social Media immer verbunden.
00:19:10: Also man hat ja eh das Gefühl, wenn es so grundsätzlich mal auf Social Media unterwegs ist, Achtzig Millionen, Millionäre wohnen in Deutschland.
00:19:19: Okay.
00:19:20: Dieses Stück weit dazugedichtet oder wie viel braucht das überhaupt?
00:19:26: Oder braucht es das beim Handwerk gar nicht?
00:19:27: Nee,
00:19:27: braucht's gar nicht.
00:19:28: und ich bin da auch gar kein Fan von... Also ich bin auch kein Fan davon dass man nur lacht wenn die Kamera läuft und danach die Stimmung wieder scheiße ist!
00:19:36: Das kann doch nicht sein und das möchte ich auch nicht leben.
00:19:40: also ich hab dann auch.
00:19:41: wenn ich einfach mal keinen guten Tag habe dann bleibt das Handy halt einfach mal weg.
00:19:45: Also klar muss ich nicht die Leute damit überfluten, dass ich gerade Stress hab und sich krank bin, dass es mir nicht gut geht.
00:19:53: Das will ja auch keiner hören.
00:19:55: aber das heißt ja nicht, dass Ich den sagen muss, dass grade alles prima ist!
00:19:59: Und ich finde... also im Hand.. ich kenne es aus anderen Bubbeln da hört man das sehr viel und dass es sehr künstlich ist und sehr fake ne?
00:20:12: Aber ich glaube, das haben wir im Handwerk nicht.
00:20:15: Gibt es trotzdem irgendwas?
00:20:16: Was dich nervt beim Thema Social Media bezogen aufs Handwerk?
00:20:23: Risiken, die unterschätzt werden wie gesto mit... Ich weiß nicht, ob du schon mal die Erfahrung gemacht hast.
00:20:26: Hate-Kritik wurden Grenzen überschritten.
00:20:29: Ich glaube jemand der so sichtbar ist wie du, hast du auch negative Erfahrungen gemacht.
00:20:34: Ja,
00:20:35: gibt es!
00:20:37: Es ist tatsächlich so dass dass es viele Menschen gibt, die auch einfach nur auf Social Media sind um zu haten.
00:20:46: Und das ist dann der Punkt an dem ich abschalte und sage hey, die Leute kann ich nicht ernst nehmen!
00:20:51: Also wenn ich einen ziemlich üblichen Kommentar von Hater three four five bekomme, dann tut mir das halt sehr leid, dass er keinen anderen Lebensinhalt hat außer... Leute zu haten.
00:21:05: Und ich glaube, darüber muss man sich einfach bewusst sein.
00:21:08: wenn man irgendwo in der Öffentlichkeit steht wird es immer Leute geben die andere Meinung sind.
00:21:13: das kann aber auch netten Diskussionen anregen.
00:21:17: Also ich finde immer, solange das auf einen respektvollen Basis ist es auch okay wenn man unterschiedlicher Meinung ist und man kann sich austauschen.
00:21:26: und oftmals ist es so dass man danach auf einem Nenner kommt oder sagt ok ich sehe es anders aber ich verstehe auch deine Sichtweise und das finde ich dann ein total schöner Ausgang.
00:21:35: und die anderen die einfach nur böse Sachen schreiben und ich will gar nicht sagen was da teilweise kommt das ist schon sehr unter der Gürtellinie Die brauchen gar keine Beachtung am besten, weil damit wird man die ja nur immer weiter befeuern.
00:21:50: Jule kannst du uns ganz kurz zu drei Punkte.
00:21:53: was machen viele Handwerksbetriebe noch falsch wenn es ums Thema Nachwuchs gibt?
00:21:57: so drei Schmerzpunkte die du noch siehst was falsch läuft?
00:22:00: Öhm oftmals zu viele Gedanken.
00:22:04: Also wir sollten viel mehr wieder an den Basics arbeiten.
00:22:07: Ich sehe zum Beispiel, am einfachsten funktioniert es denen einfach selber ein Werkzeug in die Hand zu geben so wie's bei dir dann auch beim Tutto war.
00:22:13: Einfach mal was selber machen lassen?
00:22:14: So einfach kann das sein!
00:22:15: Das muss gar nichts kompliziertes sein im Bereich Social Media.
00:22:19: Einfach authentisch... Es muss nicht das perfekte Werbevideo sein.
00:22:23: Es darf ein cooles autentisches Video aus der Hand gefilmt sein.
00:22:27: da braucht man sich gar nicht so viel Stress machen.
00:22:30: und Ja, dann am besten auch einfach mit Vorbildern vorangehen.
00:22:35: Also das heißt es muss nicht nur der Chef sein, der vor der Kamera steht sondern gerne egal was sie macht.
00:22:41: ist es Social Media?
00:22:42: Es ist eine Azubi-Messe.
00:22:44: Nimm die Azubis mit!
00:22:45: Das funktioniert immer am Besten.
00:22:49: Gutes Schlusswort.
00:22:50: fast hätte ich gesagt Julia Ich habe noch die Blitzrunde für dich zum auf dich bezogen.
00:22:54: Zum Schluss Werkstatt oder Social Media?
00:22:57: Werkstatte
00:22:58: Holze oder Handy?
00:22:59: Holz
00:22:59: Reichweite oder Wirkung?
00:23:01: Wirkung
00:23:02: Miss Handwerk oder Tischlermeisterin?
00:23:03: Tischlermeisterin.
00:23:04: Perfektion,
00:23:04: oder Authentzität?
00:23:06: Authentizität!
00:23:08: Das ist...
00:23:09: Baustelle oder Bühne?
00:23:11: Baustell.
00:23:12: Instagram- oder Realität?
00:23:14: Realität.
00:23:15: Mut oder Sicherheit?
00:23:17: Mut.
00:23:18: Talent oder Fleiß?
00:23:20: Fleiß.
00:23:22: Wofür möchtest du mal in Erinnerung bleiben?
00:23:27: Dafür was bewirkt zu haben und anderen Menschen Mut gegeben zu haben.
00:23:31: Jule Rombal war bei uns.
00:23:33: Vielen Dank für diese Tolle Konkretfolge im Rahmen der HeroCons.
00:23:37: Vielen Dank, Jule!
00:23:38: Vielen dank, dass ich hier sein durfte.
00:23:39: Danke schön.
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